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Der Godfather of AI schlägt Alarm!

  • Autorenbild: Stephan Waltl
    Stephan Waltl
  • 4. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Wir alle reden viel über Künstliche Intelligenz. Über Effizienz, ChatGPT, Agentic Systems, die Zukunft der Arbeit und darüber, welches Tool gerade wieder alles verändert. Ich selbst nutze soviele Tools täglich für unterschiedliche Aufgaben, ich habe viele meiner Prozesse automatisiert, ich zeige Menschen in meinen unterschiedlichen Kursen, wie man das Maximum herausholen kann und ich berate Firmen, wie sie die Systeme am besten nutzen können. Ich bin Kinfiziert und ich bin angetreten auch andere zu Kinfizieren!


Ich arbeite seit 40 Jahren mit Computern und neben all der vielen Verbesserungen und Möglichkeiten, habe ich immer auch die "dunkle Seite" betrachtet. Es geht um Hacker, ums Darknet, um Viren, um Phishing, Cookies, DoS, Frauding usw. Ich sehe es als meine Pflicht, Menschen die Möglichkeiten zu zeigen - aber eben auch zu warnen.


Mit KI kommen völlig neue Themen auf uns zu - am augenscheinlichsten sind die neuen Deepfakes und künstlichen Gestalten in den Sozialen Medien. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Risiken und Gefahren sind weit größer und wir alle sollten uns damit dringend beschäftigen.


Ein sehr lieber Freund von mir, hat mir heute ein Video mit einem Interview mit Geoffrey Hinton gesendet. Das Video (LINK) wurde vor nicht einmal einem Monat hochgeladen, somit wird auch das Interview selbst sehr aktuell sein. Hinton ist Nobelpreisträger, KI-Pionier und wird sehr gerne als der "Pate der KI" bezeichnet. Seinen Job bei Google hat er gekündigt, aber nicht wegen Pension, auch nicht wegen eines besseren Angebots, sondern um die Menschheit vor den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz zu warnen.


Sein Kernsatz in dem Interview:

Es ist zu spät, um es zu stoppen!

Hinton ist kein Weltuntergangsprophet vom Dienst. Kein YouTuber, der mit Clickbait-Thumbnails Abonnenten sammelt. Er ist ein Wissenschaftler, der 50 Jahre lang an neuronale Netze geglaubt hat, als der Rest der Welt ihn auslachte. Und genau dieser Mann ist es jetzt, der sich Sorgen macht.



3 Gründe, warum dieses Interview unbequem ist:

1. Die digitale Intelligenz ist uns biologisch überlegen!

Hinton erklärt es simpel: Wenn wir Menschen etwas lernen, müssen wir es mühsam mit Worten an andere weitergeben. Wenn eine KI-Kopie etwas lernt, wissen es sofort alle Millionen Kopien weltweit. Kein Schlaf, kein Vergessen, kein Missverständnis. Das ist ungefähr so, als würde jeder einzelne Mitarbeiter eines globalen Konzerns im selben Moment dieselbe Erfahrung machen, ohne auch nur ein eMail schreiben zu müssen. Hinton ist davon überzeugt, dass wir eine Form von Intelligenz erschaffen, die unsere biologische Kapazität schlicht und einfach überholt.


2. Das 20%-Risiko

Erschreckend ist nicht, was Hinton sagt. Erschreckend ist, wie ruhig er dabei bleibt. Er schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass KI uns „auslöscht" oder für irrelevant hält, auf 10 bis 20 %. Das ist kein Plot aus einem Science-Fiction-Film. Das ist die nüchterne Kalkulation eines Mannes, der weiß, wovon er redet. Zum Vergleich: Für eine Wahrscheinlichkeit von 20 %, dass ein Flugzeug abstürzt, würde keiner einsteigen.


3. Die „Whack-a-Mole"-Realität des Betrugs

Schon jetzt sehen wir die Schattenseiten. KI-Scams, Deepfakes und Cyberattacken nehmen exponentiell zu. Alleine die Qualität der Phishing-Mails ist in den letzten Jahren immer besser geworden, dass ich jeden verstehe der darauf reinfällt. Hinton selbst berichtet, wie seine eigene Stimme geklont wurde, um Menschen um ihr Geld zu bringen. Wir regulieren Firmen, aber das Militär und der Profitzwang des Kapitalismus lassen die gefährlichsten Türen sperrangelweit offen. Wer eine Lücke stopft, findet die nächste schon längst offen.


Ignoranz ist keine Option mehr

Dieses Interview ist kein leichtes Futter für zwischendurch. Es ist unbequem, es ist intensiv und es fordert uns heraus, darüber nachzudenken, was es in Zukunft überhaupt noch bedeutet, Mensch zu sein. Ob KI Gefühle entwickeln kann? Ob wir die Kontrolle bereits verloren haben? Hinton hat Antworten, die einen heute Nacht vermutlich nicht gut schlafen lassen. Aber sie sind notwendig!


Wir diskutieren welches KI-Tool uns produktiver macht, während einer der klügsten Köpfe auf dem Planeten uns erklärt, dass wir gerade dabei sein könnten, uns selbst überflüssig zu machen. Vielleicht sollten wir kurz pausieren und zuhören - vor allem all jene, die unreflektiert jedes neue Tool, jedes Update und jedes generative Ergebnis wie eine Götze anbeten!

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