Der Tag an dem OpenAI den nächsten Gang eingelegt hat!

Während die ganze Welt über die Gefahren Künstlicher Intelligenz diskutiert, Forscher vor immer leistungsfähigeren Systemen warnen und selbst die führenden KI-Unternehmen nach Regeln und internationaler Zusammenarbeit rufen, passiert in San Francisco etwas Bemerkenswertes, denn OpenAI drückt aufs Entwicklungs-Tempo.
Der 29. September 2026 könnte als einer der bemerkenswertesten Tage in der bisherigen Geschichte von OpenAI in Erinnerung bleiben. Beim sogenannten OpenAI DevDay präsentierte das Unternehmen nicht einfach ein neues KI-Modell oder ein paar zusätzliche ChatGPT-Funktionen. OpenAI feuerte innerhalb eines Tages eine ganze Reihe neuer Produkte, Plattformen und Funktionen ab.
Und betrachtet man all diese neuen Featuers gemeinsam, dann entwickelt sich ChatGPT sich immer schneller vom KI-Chatbot zu einer umfassenden Arbeitsplattform.
Hier ein paar der wichtigsten Neuerungen und Tools:
DOTS
Im ersten Moment war ich wegen der comichaften Darstellung skeptisch, aber wenn man die bunten Knubbels einer gewissen us-amerikanischen Verspieltheit zuschreibt und geistig in die "Karl Klammer - Schublade" legt, dann sind die DOTS definitiv ein Schritt in die Zukunft.
OpenAI bezeichnet Dots selbst als „always-on agents“ und das ist dann der Hebel!

Weil, bisher funktioniert unsere Vorstellung von ChatGPT meistens nach einem einfachen Prinzip:
Ich öffne ChatGPT > gebe einen Auftrag > ChatGPT erledigt ihn > Die Interaktion endet! Danke für die Mitarbeit.
Ein Dot bekommt dagegen ein Ziel, Zugriff auf freigegebene Anwendungen und einen eigenen Cloud-Computer. Anschließend kann dieser Agent weiterarbeiten und Ergebnisse wieder zur Kontrolle vorlegen.
Damit verändert sich die Rolle der KI. Aus dem Assistenten, den wir aktiv aufrufen, wird zunehmend ein System, das Aufgaben über einen längeren Zeitraum verfolgt.
CODEX CLOUD
Auch Codex macht einen wichtigen Schritt in diese Richtung, denn mit Codex Cloud können Entwicklungsaufgaben in isolierten Cloud-Umgebungen laufen. Projekte, Repositories, Tools und Abhängigkeiten stehen dort zur Verfügung. Das klingt zunächst nach einer technischen Detailverbesserung. Tatsächlich verändert es aber das Grundprinzip der Zusammenarbeit mit KI. Die KI muss nämlich nicht mehr auf meinem Rechner laufen. Ich muss nicht daneben sitzen. Und meine ChatGPT-Sitzung muss nicht permanent geöffnet bleiben.
Ich delegiere eine Aufgabe an ein System in der Cloud.
Automationen
Noch interessanter wird die Kombination mit Automations. Automationen können nämlich jetzt durch Ereignisse aus verbundenen Anwendungen gestartet werden.
Damit wird aus „Mach jeden Montag um 8 Uhr XYZ“
zunehmend
„Wenn etwas Bestimmtes passiert, dann erledige diese Aufgabe.“
Eine neue Nachricht kommt herein. Daten verändern sich. In einem verbundenen System passiert etwas. Ein definierter Prozess startet. Genau hier beginnt KI für Unternehmen besonders spannend zu werden. Denn wir sprechen nicht mehr ausschließlich über das Generieren von Texten, Bildern oder Präsentationen. Jetzt sprechen wir über Prozesse.
Spaces und Pages
Mit Space und Pages baut OpenAI gleichzeitig die Arbeitsumgebung rund um ChatGPT aus.
Spaces bündeln Dateien, Pages und zusammengehörige Arbeit. Pages können gemeinsam bearbeitet und kommentiert werden. Websites lassen sich bereits mit Sites erstellen, veröffentlichen und anschließend weiterbearbeiten.

Plugins entwickeln sich ebenfalls weiter. Sie können interaktive Panels, Seitenleisten sowie Viewer und Editoren bereitstellen - das ganze auch noch im Voice-Modus!
Das bedeutet, dass die Anwendungen zunehmend zu ChatGPT kommen und nicht mehr zwingend ChatGPT zu den Anwendungen.
Kleinigkeiten
Neben diesen großen Blöcken gab es auch noch ein paar Kleinigkeiten zu berichten, so dass Codex jetzt auf Linux läuft und GPT-6.1 Sol besonders bei agentischem Coding helfen soll und wenn man im Monat $ 500 übrig hat, dann hat man Zugriff auf Astra Ultrafast. Böse zungen behaupten, dass ist immer noch billiger als ein Mitarbeiter mit 14 Monatslöhnen, Urlaubsanspruch, 40 Stunden-Woche und Krankheitstagen!
LINK zur KEYNOTE auf YOUTUBE = https://www.youtube.com/live/Fls_onRviPM?si=wSKersO0axMoUJ6-
Betrachtet man jede Ankündigung des 29. September einzeln, sieht man viele neue Funktionen. Betrachtet man sie gemeinsam, ergibt sich ein anderes Bild:
ChatGPT wird zur Plattform,
Chat liefert die Kommunikation,
Work erledigt komplexere Aufgaben,
Codex übernimmt Softwareentwicklung,
Space organisiert Projekte und Zusammenarbeit,
Pages organisiert Inhalte,
Sites erstellt und betreibt Webanwendungen und Websites,
Plugins verbinden externe Anwendungen,
Automations starten Prozesse zeitgesteuert oder aufgrund von Ereignissen,
Dots arbeiten selbstständig an längerfristigen Zielen und
die unterschiedlichen GPT-6-Modelle liefern die Intelligenz darunter!
Die Frage lautet deshalb längst nicht mehr: „Was kann ich mit ChatGPT machen?“
Die wesentlich wichtigere Frage für Unternehmen muss lauten: „Welche Aufgaben und Prozesse kann ich künftig an KI delegieren und welche davon möchte ich überhaupt delegieren?“
Damit verändert sich auch die Diskussion über KI, weil 2023 haben wir darüber gesprochen, ob ChatGPT gute Texte schreiben kann. 2024 und 2025 ging es verstärkt darum, wie Unternehmen KI sinnvoll einsetzen können. 2026 sprechen wir über Systeme, die Anwendungen bedienen, Prozesse auslösen, programmieren, Websites erstellen und Aufgaben weiterverfolgen können, während wir selbst längst etwas anderes machen.
2027 ist nah und wir beobachten, wohin die Reise geht:
Vom Chatbot zum Assistenten.
Vom Assistenten zum Agenten.
Vom Agenten zur Arbeitsplattform.



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