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Die Wahrheit hinter dem "Preferred Source" Button von Google

  • Autorenbild: Stephan Waltl
    Stephan Waltl
  • 5. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Vor kurzem ist mir ein Newsletter einer Salzburger Webagentur in die Hände gefallen. Titel: "Wie gewinnt man eigentlich das Vertrauen von KI-Suchmaschinen?" Botschaft: Google führt bevorzugte Quellen ein, Hotels müssen jetzt handeln, und für € 450 netto integriert man den passenden Button auf Website oder Mail-Template. Klingt dringend. Klingt wichtig. Ist jedoch beides nicht.


Was der Newsletter suggeriert

"Wer von Google und KI-Systemen nicht verstanden wird, verliert." So steht es dort, fett und zentral platziert. Das ist die klassische Drohkulisse aus dem Marketing-Baukasten: Angst erzeugen, Dringlichkeit simulieren, Lösung gleich mitverkaufen. So kenne ich das aus 30 Jahren Beratungspraxis in dieser Branche zur Genüge.


Was diese Preferred Sources tatsächlich machen

Preferred Sources ist eine Google-Funktion, mit der einzelne, angemeldete Nutzer festlegen, welche Websites sie in Top Stories, AI Overviews und AI Mode häufiger sehen möchten. Wichtig dabei, und das steht in keinem Verkaufs-Newsletter: Diese Markierung ist strikt personalisiert. Sie wirkt ausschließlich bei genau jenem Nutzer, der die Markierung selbst gesetzt hat. Für alle anderen, die ein Hotel noch nicht kennen, ändert sich exakt nichts. Google bestätigt das selbst unmissverständlich: Die Markierung überschreibt die algorithmische Relevanz NICHT!

Das ist ungefähr so, als würde jemand behaupten, ein Gästebuch am Empfang würde die Auffindbarkeit des Hotels im Internet verbessern. Ein Gästebuch bindet Gäste, die schon da waren. Es lockt aber niemanden neu an.


Für wen ist der Button also relevant?

Eventuell für Medienhäuser und Content-Seiten mit einer bestehenden, wiederkehrenden Leserschaft, die regelmäßig redaktionelle Beiträge konsumiert. Für einen 4Stern-Betrieb mit 40 Zimmern und einer Handvoll Blogartikeln pro Jahr ist die Zielgruppe für diesen Button in der Praxis gleich null.


Der Newsletter verpackt eine 2 Minuten Copy-Paste-Integration eines von Google fertig bereitgestellten Buttons als strategische Maßnahme gegen "Google Loyalty" und "künftige digitale Reiseassistenten". Das ist symptomatisch für einen ganzen Wirtschaftszweig, der jede Produktankündigung eines Tech-Konzerns in eine Rechnung ummünzt, bevor überhaupt geklärt ist, ob die Zielgruppe des Kunden davon profitiert.


Während Agenturen erzählen, man müsse "jetzt handeln", bevor man von Google und KI-Systemen "verstanden" werden, verstehen viele dieser Agenturen selbst nicht, wie das Feature funktioniert, das sie verkaufen.


Den Button kann man sich übrigens HIER kostenlos herunterladen und wenn man ein halbwegs modernes CMS zur Bearbeitung der Webseite hat, sogar selber einbauen!



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