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ChatGPT Ads - BETA Phase in Österreich gestartet!

Autorenbild: Stephan Waltl
Stephan Waltl
1. Sept.
3 Min. Lesezeit

Nachdem ich mir vor ein paar Tagen schon einen halblegalen Zwiebel-Zugang verschafft habe, ging heute Nacht die BETA Version von OpenAI Ads auch in Österreich on Air. Ein paar Änderungen zu meinem Zugang habe ich recht schnell gefunden, aber hier nun mein erster Setup mit allem was mir dazu ein- und aufgefallen ist:


Das Einstiegsbudget liegt bei € 15 pro Tag. So kann man im Monat mal mit minimum € 450 rechnen. Man kann nach Ländern oder Bundesländern targetieren, eine Postleitzahlen-Suche ist zwar schon da, aber die funktioniert in der aktuellen Beta nicht wirklich! Immerhin lassen sich Länder auch gezielt ausschließen, und man kann wie bei den bekannten META Ads oder Google Ads zwischen iOS, Android und Web unterscheiden. Mir ist das grundsätzlich wurscht mit welchem Endgerät der User kommt.


Bei den Kampagnenzielen bietet OpenAI 3 Varianten an:

  • Reichweite über Impressionen,

  • Klicks oder

  • Conversions.


Für Letzteres gibt es einen eigenen Conversion-Manager, mit dem man Ereignisse wie „Lead erstellt" oder „Bestellung erstellt" definieren kann, inklusive Attributionsfenster für die Zuordnung von Klick zu Conversion.


Bei der Gebotsstrategie hat man die Wahl zwischen „Ergebnisse maximieren", wo OpenAI das Gebot automatisch anpasst, oder einem manuellen maximalen CPC-Gebot. Wer die Systemvorschläge testweise angenommen hat, landet aktuell bei rund € 2,60 pro Klick als „starkes Angebot", zumindest für die Nische, in der ich getestet habe. Das ist jetzt nicht gerade günstig, würd ich behaupten!


Weiters schreibt OpenAI in den eigenen Systemhinweisen, dass die KI automatisch personalisierte und übersetzte Versionen der Anzeigentitel und Beschreibungen erstellt, und zwar ohne individuelle Prüfung oder Freigabe durch den Werbetreibenden. Das heißt im Klartext: Man gibt einen Text vor, und was am Ende bei einem Nutzer in Tschechien oder den Niederlanden tatsächlich ankommt, hat man nicht mehr unter Kontrolle.

Wer entscheidet eigentlich, was aus meinem Angebotstext wird, wenn die KI ihn frei übersetzt und umformuliert? Das ist ungefähr so, als würde ich meinem Handelsvertreter sagen, er soll meine Preisliste frei nach Gefühl an Kunden weitergeben, in einer Sprache, die ich selbst gar nicht lesen kann.


Benutzerdefinierte Zielgruppen sind für Kampagnen mit Zielregion im EWR oder in der Schweiz aktuell gar nicht verfügbar, weil dort laut OpenAI noch keine personalisierten Anzeigen erlaubt sind. Für uns in Österreich bedeutet das: Man kann zwar Anzeigen schalten, aber die feine Aussteuerung nach Interessen oder Verhalten fällt vorerst weg. Das ist konsequent aus Datenschutzsicht, macht das Tool für regionale Betriebe bei uns aber gleichzeitig deutlich unattraktiver als ein ausgereiftes Google Ads Konto.


Bemerkenswert ist auch die Reihenfolge bei der Kontoeinrichtung. Die Anzeigen können bereits ausgeliefert werden, obwohl die Unternehmensverifizierung noch gar nicht abgeschlossen ist. Erst danach folgt die Aufforderung, Firmenbuchnummer oder eine vergleichbare Kennung nachzureichen, sonst drohen spätere Unterbrechungen. Wer als Einzelperson ohne eingetragenes Unternehmen wirbt, kann alternativ den Werbetreibendtyp wechseln. Das ist ein Ansatz, den man aus der Startup-Welt kennt: erst wachsen lassen, Struktur kommt später. Für ein Beta-Produkt nachvollziehbar, für die eigene Buchhaltung eher gewöhnungsbedürftig.


Ein Hotelier, der mich in den letzten Wochen dazu gefragt hat, wollte wissen: soll ich jetzt sofort testen? Meine Antwort: Testen ja, aber mit kleinem Budget und ohne große Erwartungen an Zielgruppenpräzision. Das Werkzeug befindet sich in Beta, die Reichweite in ChatGPT ist noch eine andere als bei Google Suche, und die fehlende Audience-Steuerung in Europa ist aktuell ein echter Nachteil gegenüber etablierten Kanälen.


Wer ChatGPT Ads einführt, ohne die Kontrolle über die eigenen Anzeigentexte zu behalten, kauft sich ein Werbekonto und überlässt der Maschine die Formulierung. Das kann gutgehen. Es kann aber auch bedeuten, dass die eigene Marke in einer Sprache auftaucht, die man selbst nie freigegeben hat.


Völlig verrückt ist im aktuellen Kampagnenmanager, dass man weder Kampagnen noch Anzeigengruppen noch einzelne Anzeigen kopieren kann! Wer 5 Anzeigengruppen mit ähnlicher Struktur anlegen will, tippt jedes Feld 5 Mal neu ein. Bei Google Ads oder Meta Ads ist das Duplizieren einer Kampagne ein Klick, hier fehlt diese Grundfunktion schlicht. Aber es gibt einen Umweg über das ChatGPT Ads Manager Plugin direkt in ChatGPT. Dort lassen sich Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen kopieren, bearbeiten, pausieren und löschen. Das ist symptomatisch für eine Beta, die an mehreren Ecken gleichzeitig gebaut wird und noch nicht überall denselben Reifegrad hat.



Positiv fällt mir auf, dass ich der Landingpage eigene Abfrageparameter mitgeben kann. Unterstützt werden Vorlagenwerte wie Kampagnen-ID, Anzeigengruppen-ID, Anzeigen-ID, Werbekonto-ID und eine Referenznummer. Wer sein Tracking sauber aufsetzen will, kann damit also durchaus arbeiten, das ist vom Prinzip her nichts anderes als das, was man von Google Ads mit ValueTrack-Parametern kennt. Alternativ kann man natürlich auch die UTM Parameter an die LP-URL anhängen. Matomo, Google Analytics und Co werden es einem danken.


Auch wenn ich nach wie vor skeptisch bin: ein bissi cool ist es schon!

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