OpenAI Ads Manager - 1. Einschätzung

ChatGPT Ads sind in Österreich zwar nicht nicht verfügbar, aber mit ein bissi TOR Browser hab ich mir dann doch Zutritt verschafft.
Die Ernüchterung im Ads Manager
Wenn man den Ads Manager von Meta, Google, Pinterest oder von mir aus auch Spotify gewohnt ist, wirkt die Oberfläche von OpenAI aktuell wie ein leeres Blatt Papier. Die Plattform befindet sich in einer nach wie vor sehr frühen Phase, und das merkt man an jeder Ecke. Detailliertes Reporting? Fehlanzeige. Optimierungsmöglichkeiten? Kaum vorhanden. Man sieht seine Impressionen, Klicks, den durchschnittlichen Klickpreis (CPC) und einen TKP. Das war's. Das peinlichste ist mir aber, dass kein ChatGPT Zauber dem ganzen innewohnt!
Muss ich auch hier wieder alles manuell einstellen und verwalten? Bulk-Uploads, Excel-Sheets, Export ... sorry: aber wir reden hier schon von OpenAI oder?
Nach diesem 1. Schock kann ich mich jetzt mit den Details beschäftigen. Statt klassischer Keywords arbeitet man bei den ChatGPT-Ads mit sogenannten „Context Hints“. Man beschreibt in einem einzigen Feld (!!!) die Themen, bei denen die eigene Werbung ausgespielt werden soll. Um diese Hints möglichst präzise zu formulieren, habe ich ChatGPT verwendet. In einem eigenen Fenster wohlgemerkt :-(
Beispiel: Gehobenes Wellnesshotel, Zielgruppe DACH
Meine Idee war folgendes ChatGPT-Gespräch, welches die Anzeige dann auslösen soll:
>> "Ich brauche dringend eine Auszeit, bin grad komplett ausgebrannt. Wo kann ich in den Bergen ein paar Tage einfach nur entspannen, ohne dass ich viel organisieren muss?"
Context Hint | Warum relevant? |
| Trifft den emotionalen Auslöser, nicht nur das Produkt |
| Konkrete Reisedauer + Region |
| Direktes Interesse an Wellness-Leistungen |
| Zielgruppen-Ausschluss – wichtig, damit du nicht bei Familienurlaub-Anfragen auftauchst |
| Erschließt Anfragen, die kein Wort wie "Hotel" enthalten |
Was NICHT als Hint sinnvoll ist:
"Hotel Salzburg" (zu keyword-artig, zu breit)
"Urlaub Österreich" (viel zu generisch, verbrennt Budget)

Gestartet habe ich diese Kampagne noch nicht, weil ich ja kein Hotel bin! Dafür habe ich eine Kampagne auf B2B-Suchanfragen (spezifisch rund um Agenturdienstleistungen) ausgerichtet. Hier sind die Metriken nach rund € 200 Werbeausgaben:
Klicks: 92
Klickrate (CTR): ca. 1 %
Durchschnittlicher CPC: € 13,5 (ich musste das Gebot anfangs sogar auf € 25 hochschrauben, damit überhaupt Traffic generiert wurde)
Conversions: Genau 0.
Auch beim Tracking gibt es noch massive Kinderkrankheiten. Die Dokumentation zur Einrichtung des Conversion-Trackings ist unzureichend, und sobald ich klassische UTM-Parameter an meine Links angehängt habe, kam es zu technischen Fehlern, die die Anzeigen teilweise unbrauchbar machten.
Warum die Performance so unterirdisch war, lässt sich leicht erklären: ChatGPT Ads werden aktuell nur Nutzern der kostenlosen Version ausgespielt. Gerade wenn man wie ich aber im B2B-Bereich oder generell im Marketing unterwegs ist und Entscheidungsträger erreichen will, greift man hier ins Leere. Die wirklich relevanten Zielgruppen, Geschäftsführungen und Marketingleiter nutzen längst die bezahlten Plus- oder Team-Accounts. Und diese Nutzer sehen schlichtweg keine Werbung. Du zahlst also Premium-Preise (€ 13,5 pro Klick!), um im besten Fall Studenten, Schüler oder Gelegenheitsnutzer zu erreichen.
Jetzt lasse ich mir noch einreden, dass bei 95% Freemium User genügend Leute dabei sind, die nach Urlaub suchen. Dann wird es Sinn machen, Anzeigen zu platzieren, aber da habe ich wie oben erwähnt mangels fehlenden eigenen Hotel noch keine Werte und vor allem keine Klickpreise!
Solange OpenAI aber das Targeting nicht drastisch verbessert und nicht mehr Transparenz in die Auswertungen bringt, empfehle ich, das Budget für ChatGPT Ads auf dem Konto zu lassen; es sei denn, man hat reines Spielgeld für Tests übrig. Alles weitere wird sich dann ab dem 4.9.2026 zeigen, wenn es dann offiziell nach Österreich kommt.
Ich würde jedoch empfehlen, Zeit und Geld lieber dafür zu nutzen, um die eigenen Plattformen fit für die KI-Ära zu machen. Wer sich intensiv mit Generative Engine Optimization (GEO) und sauber strukturierter Agent Experience Optimization (AEO) auseinandersetzt, wird in den LLMs organisch als verlässliche Quelle herangezogen. Das bringt aktuell deutlich hochwertigeren Traffic: ganz ohne Streuverluste und überteuerte Klickpreise. Und ich setzte mich einstweilen an die Entwicklung eines CONTEXT HINT-Makers!



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